Keyword-Cloud zum Begriff „Webseite“

Ist das nicht dasselbe?

Nein, es gibt einen Unterschied

Beim Verfassen der Texte für unsere neue Website ist mir aufgefallen, dass ich den Begriff „Webseite“ nie verwendet habe. Sofort saß mir der SEO-Drache im Nacken, und ich hörte schon die Stimme: „Macht ihr denn keine Webseiten?“ Oh, doch! Wir machen sogar eine Menge Webseiten, aber wir verkaufen sie in der Regel nicht einzeln, sondern fast immer im Set. Lassen Sie mich das kurz erklären.

Auf dem Weg zur Homophonie

Im Deutschen klingen die beiden Wörter „Website“ und „Webseite“ derart ähnlich, dass man schon genau hinhören muss, um den Unterschied zu hören. In der Sprachwissenschaft spricht man dabei von Homophonie (Gleichklang). Beim Schreiben und Lesen ist das kaum anders, besteht der Unterschied doch nur in einem einzigen Buchstaben, im fehlenden oder vorhandenen „e“. Dennoch gibt es einen Bedeutungsunterschied, der sogar vielen Profis und Webentwicklern nicht bewusst ist. Und in der Tat werden im Alltag „Website“ und „Webseite“ wie Synonyme verwendet, also zwei Ausdrücke für ein und dieselbe Sache. Solange man weiß, um was es geht, ist das an sich ja auch kein Problem.

Das klassische Buch als Vergleich

Lassen Sie mich das anhand eines Beispiels veranschaulichen: Ein typisches Buch besteht aus einem Einband und unterschiedlich vielen Blättern, auf denen jeweils zwei Seiten bedruckt sind. Meistens ist der Einband aus festerem Material. Der vordere Einband wird als Cover bezeichnet. Dort stehen die wichtigsten Angaben wie Titel und Autor. Oft ist dieses Cover aufwendig gestaltet. Auf dem hinteren Einband findet sich in der Regel eine Inhaltsangabe oder ein werblicher Text, der den Inhalt anpreist.

Website …

Mit der Website und den Webseiten verhält es sich ähnlich wie mit einem Buch – die Website entspricht also einem Buch mit mehreren Seiten, den einzelnen Webseiten. Etymologisch reicht das Wort „Website“ zwar nicht bis ins Pleistozän, aber beinahe bis ins Neolithikum zurück. Es kommt vom lateinischen situs, was man mit „Lage“ oder „Stellung“ übersetzen kann. Die Website ist somit zunächst ein Ort im Web, der zudem eine eigene Internetadresse hat. Sie heißt in unserem Fall Domain oder auch gerne URL (kurz für Uniform Resource Locator). Internetangebot, Internetauftritt und Internetpräsenz sind gängige Alternativen, wenn man nicht eintönig von der Website schreiben will. Dieses Strickmuster funktioniert auch mit „Web“ und „Netz“ als erstem Wortbestandteil, also Webauftritt, Netzangebot und so weiter. – Eine kleine Anekdote am Rande: Im PONS-Wörterbuch Latein–Deutsch findet sich sogar der Eintrag situs interretialis für Website.

Webseite …

Die „Webseite“ hat, was die Wortbedeutung betrifft, keine so spannende antike Vergangenheit. Es ist einfach die Übersetzung der englischen web page. Streng genommen handelt es sich dabei um eine HTML-Datei, die in einem Webbrowser angezeigt werden kann. Bei modernen Websites, die mit einem Framework oder Content-Management-System erstellt und gepflegt werden, liegen diese Webseiten gar nicht mehr als eigene HTML-Dateien parat, sondern werden erst beim Seitenaufruf aus vielen Einzelbausteinen zu einer HTML-Datei zusammengesetzt.

… und andere Begrifflichkeiten

Ähnlich wie bei einem Buch der Titeleinband ist die wichtigste Webseite einer Website ihre „Startseite“ oder die „Homepage“. Und hier haben wir es sogar mit einer rhetorischen Figur zu tun: Pars pro Toto, ein Teil steht für das Ganze. Die Homepage ist somit inzwischen fast gleichbedeutend mit der ganzen Website. Um eine Verwechslungsgefahr zu vermeiden, hat sich im deutschen Sprachgebrauch deshalb der Begriff „Startseite“ verfestigt, wenn wirklich von der ersten Seite oder Index-Seite einer Website die Rede ist.

Der Vergleich mit dem Buch lässt sich natürlich noch ein wenig ausweiten – so muss eine gewerbliche Website ebenfalls ein Impressum aufweisen –, hinkt aber auch in einigen Punkten: Bei einem einzelnen Blatt Papier würde niemand von einem Buch reden. Im Internet gibt es aber durchaus viele Websites, die nur aus einer einzelnen Webseite, der Homepage oder Startseite, bestehen. Oft handelt es sich dabei dann um eine Webvisitenkarte, die kaum mehr als die Kontaktdaten des Anbieters enthält. Und dann gibt es noch ein Phänomen, das in erster Linie dem Wischverhalten auf dem Smartphone geschuldet ist: Der „Onepager“ gaukelt durch eine Navigation und ein entsprechendes Layout gerne eine umfassendere Website vor, besteht am Ende aber doch nur aus einer einzelnen Webseite, sprich: Die Website ist Webseite und Homepage in einem. Wer soll da noch durchblicken?!

#Hans-Jörg Roth

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